Lohnt sich eine Außendämmung?

Maßnahmen sind oft nicht nur nachhaltig, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll.

Winter 2019

Während eine Außendämmung bei einem Neubau gesetzlich vorgeschrieben ist, stellen sich Eigentümer einer Bestandsimmobilie bei der Sanierung eines Hauses häufig die Frage: Außendämmung, ja oder nein?

„Ob sich mit einer Außendämmung über die Energieeinsparung ein ‚Gewinn‘ erwirtschaften lässt, hängt von vielen Faktoren ab und ist immer ein individuelles Rechenbeispiel“, sagt der Sachverständige und Diplom-Bauingenieur Frank Schonlau. Lohnt sich eine Außendämmung? Maßnahmen sind oft nicht nur nachhaltig, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll. Ein wichtiger Faktor ist zum Beispiel das Baujahr des betreffenden Hauses. So sehen die Dämmwerte bei Gebäuden aus den Jahren zwischen 1977 und 1995 schon deutlich besser aus, als bei Häusern vor dieser Zeit. Fakt ist: Über die Außenwände geht in beiden Fällen Heizenergie verloren. Dieser Energieverlust wird anhand des sogenannten U-Wertes der Wände ermittelt. Bei älteren Häusern liegt dieser Wert oft bei 1,4 und mehr. „Mit einer Dämmung, zum „Die Erfahrung zeigt, dass sich die Außendämmung in den meisten Fällen rechnet.“

Gut verpackt: Eine Außendämmung lohnt sich in vielen Fällen. Wie wirtschaftlich sie im Einzelfall ist, lässt sich berechnen. Außendämmung Beispiel mittels eines Wärmedämmverbundsystems (WDVS), lässt sich dieser Wert circa auf 0,2 senken“, erklärt
Schonlau. Um dies jetzt in Geld zu übersetzen, muss zunächst die eingesparte Energie in Kilowattstunden umgerechnet werden. Die Verbraucherzentrale gibt dazu ein Beispiel: Gelingt eine Verringerung des U-Wertes um 1,2, ergibt sich bei einer 130 Quadratmeter großen Wandfläche eine Energieeinsparung von mehr als 13.000 Kilowattstunden pro Jahr. Je nachdem welche Energieträger zur Beheizung genutzt werden, lässt sich daraus ein Wert X in Euro ermitteln. Im Beispiel der Verbraucherzentrale wird Öl verwendet. Mit Kosten von 60 Cent je Liter und einem Verbrauch von einem Liter je 10 Kilowattstunden entsteht über 30 Jahre ein eingesparter Geldbetrag von circa 23.500 Euro. „30 Jahre sind dabei nicht zufällig gewählt, denn das ist der Zeitraum, nachdem eine Außendämmung voraussichtlich saniert werden muss“, so der Sachverständige.

Zum Abschluss sind noch die Kosten für die Erstellung der Dämmung, also für das Material, den Gerüstaufbau und die Arbeit, dagegen zu rechnen. „Die Erfahrung zeigt, dass sich die Außendämmung in den meisten Fällen rechnet“, sagt Schonlau und fügt hinzu: „Da außerdem die grundsätzlichen Gedanken von Umweltschutz und Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle spielen, entscheiden sich viele Hauseigentümer für diese Variante.“ Damit die Außendämmung ihren Zweck bestmöglich erfüllen kann, ist eine individuelle Planung der Maßnahme notwendig. Deshalb rät der Sachverständige, zur Auswahl des passenden Materials, für die notwendigen Berechnungen und für die Ausführung der Arbeiten ausgewiesene Fachleute hinzuzuziehen. Zum Abschluss hat Schonlau noch einen TIPP:
Die Erstellung der Außendämmung wird insgesamt günstiger, wenn diese mit anderen Maßnahmen, für die beispielsweise auch ein Gerüst benötigt wird, verbunden werden kann.


Ihre Experten

Frank Schonlau

Dipl. Bauingenieur / Sachverständiger

Schonlau GmbH & Co. KG
Letznerstraße 1 | 37181 Hardegsen
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